Unsere Kirche bekam ihre heutige Gestalt 1637. Vorher stand hier eine andere Kirche. 1719-1723 wurde der Kirchturm errichtet (41m). Unter tatkräftiger Mitarbeit vieler Gemeindeglieder fanden 1967 bis 1974 eine Innen- und Außenrenovierung und 1993 / 94 noch einmal eine Innenerneuerung statt. Kirche, Pfarrhaus und Friedhofstor stehen unter Denkmalschutz. In der Eingangshalle sehen wir Bilder der ersten Bockauer Pfarrer. Der erste Pfarrer, Ehrenfried Hain, starb relativ jung und wird auf seiner Grabplatte gegenüber mit dem Satz charakterisiert: " Seine Lehre war ein Donner. Sein Leben war ein Blitz." Der bedeutendste Bockauer Pfarrer war M. GEORGE KÖRNER (1717-1772).

Er kam 1747 nach Bockau und erwies sich als ausgezeichneter Seelsorger. Ihm verdankte die Gemeinde die Errichtung der zweiten Schule im Ort. | Er untersuchte als erster die Geschichte des Ortes und verfasste die Chronik "Kurzer Abriss einiger alten und neuen Nachrichten von dem Bergflecken Bockau", ein Werk, das in Jahresheften bis 1955 fortgeführt wurde. Vor allem hatte er Bedeutung als Slawist. Dabei wandte er sich besonders der vernachlässigten sorbischen Sprache zu und legte ein sorbisches Wörterbuch an. Mit der Gemeinde Freud und Leid teilend wurde er 1772 ein Opfer der Hungersnot. Außerdem entdeckten wir in der Turnhalle noch zwei Vortragkreuze für Beerdigungen. Das Innere der Kirche hat über 400 Sitzplätze. Auffallend sind die Kirchenstühle mit Glasfenstern, deren Vermietung einst zum Pfarrergehalt beitrug. Der ALTAR wurde 1617 geweiht, stand also schon in der alten Kirche. Das Altarbild geht vermutlich auf die Schule des Lucas Cranach zurück. Es behandelt die Einsetzung des Heiligen Abendmahls, den Befehl Jesu, das Mahl mit Brot und Wein als Zeichen der Verbundenheit mit ihm und der Verbundenheit untereinander zu feiern. Als Apostel sind Persönlichkeiten der Reformation dargestellt, so Luther, Melanchthon, Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige u.a... Das ALTARKRUZIFIX ist eine wertvolle böhmische Arbeit um 1690. Die KANZEL zeigt Jesus Christus als Weltherrscher, Mose, Mattäus, Markus, Lukas und Johannes. Der TAUFSTEIN aus dem Jahre 1969 wurde von der Bildhauerin Kristine Wischniowski geschaffen. Der TAUFLEUCHTER ist ein Werk der im Ort ansässigen Schmiede Zeeh. Am Taufstein ist eine GEBURT JESU, eine böhmische Arbeit um 1740, zu sehen. Der AUFERSTANDENE CHRISTUS (1712) neben der Kanzel zeigt Jesus als Sieger über Tod und Sünde. Neben dem Taufstein steht das BORNKINNEL, eine Arbeit des Holzbildhauers Dieter Scheibner aus dem Jahre 1995. Die ORGEL aus dem Jahre 1860 ist ein Werk der Firma Urban Kreutzbach aus Borna. |