Zur Ortsgeschichte

| Das Jahr der Ortsgründung kennen wir nicht. Obwohl der Ort einen altsorbischen Namen hat (bukava = Buchenwasser), ist er eine Gründung fränkischer Siedler im 13. Jahrhundert. Bockau war ein Waldhufendorf und gehörte zur Herrschaft Schwarzenberg. Die Lage in einem Seitental der Mulde inmitten dichter Wälder hat den Ort geschützt, aber auch isoliert. Die ältesten Erwerbszweige waren Landwirtschaft, Waldarbeit, Holzverarbeitung und Bergbau. Seit dem 17. Jahrhundert spielten die Arzneiherstellung und der Handel damit eine Rolle, vor allem durch den Anbau von Angelica (Engelwurz).Hier hat die noch heute existierende Likörherstellung ihren Ursprung. Als Hausindustrie kamen in der Vergangenheit hinzu das Gewinnen von Schwefelsäure, das Korbmachen, das Handschuh- und Hemdennähen und das Klöppeln. Mit der Industrialisierung wurden Fabriken und Aue und nach dem 2.Weltkrieg die Wismut Hauptarbeitgeber. Heute arbeiten viele Bockauer in Baubetrieben und in Dienstleistungsunternehmen. Über die Lage der Bevölkerung geben die Kirchenbücher Auskunft, etwa über Teuerungen, Hungersnot, Pest- und Kriegszeiten, Kinderarbeit und hohe Kindersterblichkeit bis ins 20. Jahrhundert hinein. Wir lesen von Opfern des Dreissigjährigen Krieges und der verheerenden Hungersnot 1771 / 72, in der von 1200 Einwohnern 220 starben. |