Borkenkäfertaxis rollen wieder - 10.06.2020, 10 Uhr - Trockenlagerplatz Zschorlau Richtung Neustädtel

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Altkäfer werden ohne Einsatz von Giften wirkungsvoll bekämpft


Dem ein oder anderen Zschorlauer Bürger ist es bestimmt schon aufgefallen, auf dem ehemaligen Standortübungsplatz stapelt sich wieder das Fichtenholz. Seit ungefähr zwei Wochen lässt der Forstbezirk Eibenstock mit Borkenkäfer befallene Stämme auf den Trockenlagerplatz bringen. In den Stämmen haben es sich gerade die erwachsenen Borkenkäfer aus dem Vorjahr zur Paarung gemütlich gemacht. Nach der Paarung und der Eiablage durch das Weibchen findet ein kurzer Regenerationsfrass statt. Sobald sich die erwachsenen Käfer gestärkt haben, verlassen sie die Brutstätte und befallen neue Bäume, um eine sogenannte Geschwisterbrut anzulegen. Der Forstbezirk Eibenstock versucht dem ohne Schädlingsbekämpfungsmittel entgegen zu wirken, in dem die befallenen Stämme samt Altkäfer und Brut außer Reichweite gebracht werden. Ein erwachsener Käfer kann ca. eine Strecke von 500 m überwinden, wenn in diesem Radius keine geeigneten Bäume stehen verhungert der Käfer oder wird von Vögeln gefressen. Der einzige Platz im Forstbezirk Eibenstock, der genügend Kapazität und Abstand zu den nächsten Fichtenbeständen bietet, ist der ehemalige Standortübungsplatz in der Eibnstocker Straße bei Zschorlau. Auf ihm können zirka 40.000 Festmeter Holz zwischengelagert werden. Für den Transport nutzt der Forstbezirk heimische Fuhrunternehmen und hat auch selbst einen Traktor mit Anhänger angemietet. Mit diesem Traktor werden explizit kleine und vereinzelt anfallende Holzmengen abgefahren. Gerade von diesen kleinen, unscheinbaren Befallsherden geht eine riesige Gefahr aus. Wenn sie unerkannt bleiben oder aus logistischen Gründen nicht abgefahren werden können, wird aus einem befallen Baum schnell ein befallener Hektar. Die Forstleute nutzen zur Bekämpfung des Borkenkäfers auch sogenannte Fangbäume, diese werden gezielt an kleinen Befallsherden ausgelegt und fangen die Käfer ab, welche in den umliegenden Bäumen oder im Boden überwintert haben. Die Fangbäume sind gezielt gefällte Fichten aus dem Wintereinschlag, die Forstleute müssen sie im Auge behalten und im richtigen Moment aus dem Wald bringen lassen. Dazu eignet sich der angemietete Traktor mit Anhänger im Forstbezirk Eibenstock besonders. Bei dieser Variante der Borkenkäferbekämpfung sind keinerlei Insektizide notwendig, sondern
ausreichend Personal mit dem nötigen forstfachlichen Wissen und die dazu gehörige Technik, um die Maßnahmen schnell und gezielt durchsetzen zu können. Aktuell werden die Stämme aus den Landeswaldrevieren Conradswiese, Hundshübel und Auersberg auf dem Trockenlagerplatz gefahren, von dort werden sie meist nach kurzer Zeit von den jeweiligen Käufern abgeholt. Bis jetzt liegen ca. 550 Festmeter zur Abholung bereit. Es zeichnet sich aber ab, dass schnell mehr Holz dazu kommen wird.
Das Frühjahr 2020 war trockener als im Extremjahr 2018 und an 90% der Borkenkäfer-Monitoring-Standorte sind die Fangzahlen höher als die Rekordmesswerte aus dem Vorjahr. Der Forstbezirk Eibenstock setzt alle verfügbaren Kräfte ein, um die Ausbreitung einzudämmen, auf lange Sicht hilft aber nur der Waldumbau, hin zu arten- und strukturreichen Mischbeständen mit standortangepassten Baumarten.

Ich lade Sie hiermit am Mittwoch, dem 10. Juni 2020 um 10.00 Uhr auf den Trockenlagerplatz (Ortsausgang Zschorlau; Richtung Neustädtel; rechts) ein.


Und würde ihnen die Möglichkeit für weitere Fragen und eigene Bilder geben.


Mit freundlichen Grüßen
Michael Pfalz
Sachbearbeiter Öffentlichkeitsarbeit
Staatsbetrieb Sachsenforst - Forstbezirk Eibenstock

 

 

 

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